Umbau in Raten

Ruderting, den 11.08.2017

Umbau in Raten PNP-Bericht vom 11.08.2017

Liste für Umbau des Feuerwehrhauses summiert sich auf gut 650 000 Euro – Nun wird portioniert

 

Sabine Kain.„Es wird nicht alles auf einmal zu finanzieren sein“, stellte Bürgermeister Rudolf Müller sogleich klar, als sich der Gemeinderat erneut mit dem Umbau am Feuerwehrhaus befasste. Ins Rollen gebracht hatte die Planung die Vorgabe, dass sich die Feuerwehrleute nicht mehr in der Halle umziehen dürfen, wo sie den Abgasen der Fahrzeuge ausgesetzt sind. Gelöst werden sollte das Problem durch abgetrennte Umkleiden. Doch wie sich nun rausstellte, ist das nicht so einfach.

Die Gemeinde dachte, mit den Umkleiden wäre eine Abgasabsaugung für die Fahrzeuge überflüssig. Die Feuerwehrführung im Landkreis sieht es anders. „Der Hinweis kam spät“, sagte Müller, aber nicht zu spät. Noch sind die Umbauten am Feuerwehrhaus nicht beschlossen. Die Absaugung kostet laut Bürgermeister 20 000 Euro extra. Alle bisherigen Anregungen addiert, käme man auf über 650 000 Euro.

Auf die größten Veränderungen hat sich der Gemeinderat in Rücksprache mit der Rudertinger Wehr bereits geeinigt: Das Mehrzweckfahrzeug, das bisher hinten im Gebäude untergebracht ist, soll künftig vorne neben den beiden großen Fahrzeugen stehen. Auf seinem neuen Stellplatz befindet sich derzeit noch die Waschhalle für den Bauhof. Die ist angesichts der Größe moderner Fahrzeuge ohnehin zu klein geworden. Als Ersatz soll auf der Gebäuderückseite ein Anbau entstehen mit einer offenen Waschhalle und einer Schlauchtrocknung.

Die abgetrennten Umkleiden für Männer und Frauen sollten eine Betondecke erhalten, auf der ein Lagerraum entstehen sollte. Doch wegen der zwingend erforderlichen Absaugung stand dieser Teil der Planung nun wieder in Frage. Ludwig Kolbeck (BfR) fand: „Unter der Voraussetzung brauch’ ich keine abgetrennten Umkleiden, außer für die Frauen.“

Andere Gemeinderäte widersprachen. So argumentierte etwa Rupert Veit (FW), die getrennten Umkleiden seien effektiver zu beheizen als die ganze Fahrzeughalle. Das komme den Feuerwehrleuten entgegen und helfe, die nach den Einsätzen nasse Kleidung zu trocknen. Bürgermeister Müller erinnerte an den Platzbedarf der Wehr, weshalb der Lagerraum wünschenswert sei. Außerdem sollte ein Büro für den Kommandanten eingerichtet werden, der zurzeit im Gemeinschaftsraum arbeiten muss.

Elke Hoffmann fragte mit Blick auf die Nachhaltigkeit der Investitionen, wie oft sich denn die Vorgaben der Feuerwehrführung ändern. Müller schätzte, dass in den vergangenen 15 Jahren etwa vier große Änderungen umzusetzen waren – „und das kostet jedes Mal richtig Geld. Da muss man schon fragen, wo man da hinmanövriert. Dinge, die wir ausmustern müssen, können Feuerwehren in anderen EU-Ländern noch nutzen.“

Bei aller Skepsis angesichts der hohen Kosten, stellte sich die Mehrheit im Gemeinderat jedoch grundsätzlich hinter die Investition. „Die Feuerwehr ist eine wichtige Einrichtung“, betonte etwa Eva Maria Fuchs (BfR) und sagte: „Wenn Umbau, dann gescheit. Kein Flickwerk.“ 2. Bürgermeister Hans Streifinger fand das Konzept „schlüssig“, hielt es aber auch für ein „Riesenpaket – gute Nacht“. Daher sollte man prüfen, was Wehr und Bauhof in Eigenleistung tun können, und wo Fördergelder zu bekommen sind.

Wie Müller berichtete, bemühe sich die Gemeinde bereits um Gelder für zwei „Leuchtturmprojekte“: Neben der Schulsanierung habe man auch den Umbau des Feuerwehrhauses angemeldet. Für alle förderfähigen Posten (etwa Heizung, Fenster, Tore, PV-Anlage, Wärmedämmung) sei eine Förderung bis zu 85 Prozent möglich, erklärte Müller. Für den Fördertopf, der bayernweit 32 Millionen Euro ausschütte, gebe es 30 Bewerbungen, davon neun aus Niederbayern, davon wiederum zwei allein aus Ruderting.

Die Förderung könnte für die weitere Planung entscheidend sein, denn insbesondere die Heizungsanlage sorgte für Diskussionen. Günter Kampf (CSU) ist vom Fach und drängte darauf, die aus seiner Sicht unwirtschaftliche Anlage rasch zu erneuern. Dazu müsse der Gemeinderat bald festlegen, was er will: Hackschnitzel oder Gas. Die Hackschnitzelheizung würde laut Kalkulation 95 000 Euro kosten, die Gaslösung wohl nur etwa ein Zehntel davon.

Offen ist auch noch, wann die Heizung angepackt werden soll. Die Verwaltung hat die Maßnahmen in drei Bauabschnitte eingeteilt und die Übersicht dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt. Der erste Bauabschnitt würde demnach Kosten von 300 000 Euro im nächsten Jahr verursachen. Der größte Brocken wäre der Anbau für voraussichtlich 165 000 Euro. Dazu kämen unter anderem die Umkleiden und der Lagerraum, neue Tore und die Abgasabsaugung. Die Heizung käme erst in Bauabschnitt zwei.

Ob es bei dieser Einteilung bleibt, hat der Gemeinderat noch nicht entschieden. Müller wollte gern einen Anhaltspunkt für die Haushaltsplanung 2018, doch Markus Krenn (CSU) wandte ein: „Ich sehe die Aufstellung zum ersten Mal. Ich muss das erst auf mich wirken lassen.“ Bis Ende September, so Müllers Wunsch, soll die Prioritätenliste für den Umbau beschlossen werden.