Von der Sehnsucht nach Frieden

Ruderting, den 03.01.2018

Von der Sehnsucht nach Frieden PNP-Bericht vom 30.12.2017

35. Rorategang von Landvolk-Bewegung und Bayer. Wald-Verein

 

Neukirchen vorm Wald. Die Ortsgruppe der Katholischen Landvolk-Bewegung Neukirchen vorm Wald und die Bayerische-Wald-Vereins-Sektion Ruderting-Neukirchen haben einen Rorategang zur Kirche „Maria Einsiedeln“ in Geiermühle unternommen. Dies war nicht nur eine romantische Laternenwanderung, sondern alle Teilnehmer waren auch eingeladen, zur Ruhe zu kommen, sich unterwegs auf adventliche Impulse einzulassen und mit den Denkanstößen auseinander zu setzen.

Seit 1983 besteht dieses adventliche Angebot der Katholischen Landvolk-Bewegung, seit 1993 ist die Wald-Vereins-Sektion als Mitveranstalter dabei. Und noch nie in den 35 Jahren ist der Rorategang ausgefallen. Für viele der Teilnehmer, so jedenfalls die Rückmeldungen, ist dies die ansprechendste Weihnachtsfeier – weil so ganz anders.

Heuer begrüßte Josef Kölbl sen. von der KLB im Schulhof Neukirchen die rund 40 Teilnehmer mit Impulsfragen und Gedanken zur Friedenssehnsucht der Menschen. Dahinter steht die Erfahrung, dass zu allen Zeiten die Menschen unter Unfrieden und Kriegen leiden und aus diesem Teufelskreis kein Weg gefunden wird. Er erwähnte die vielen Brennpunkte auf der Erde und die Not der Flüchtlinge, die vor Krieg, Terror oder Elend und Hunger fliehen müssen. Es gehe aber auch um den eigenen Sellenfrieden und darum, mit dem eigenen Leben, das man gelebt hat, Frieden zu schließen.

Nach einer ersten Schweigemarschetappe bis zum Weiler Döttlmühle las der stellvertretende Vorsitzende der BWV-Sektion Reinhart Jungwirth die Parabel von den zwei Eisblöcken vor, die nach langer Eiszeit doch von der Sonne erwärmt zueinanderfanden. Er konfrontierte die Teilnehmer mit Fragen nach eigenen „Eiszeiten“ im Leben, mit Fragen nach Ängsten vor Veränderungen oder vor Verlusten. Und er lud ein zum Nachdenken über ein mögliches Schmelzen oder Auftauen und wer ermutigen könnte, einen ersten Schritt zu tun.

Gedanken darüber, wo der Frieden anfängt, trug der BWV-Vorsitzende Josef Kölbl jun. bei der Einöde Gstöcket vor, die mit der Bitte endeten, die Bereitschaft zu wecken, auch aktiv am Frieden mitzuwirken.

Ab der Einöde Gstöcket säumten auf der kurzen Schlussetappe brennende Kerzen die Straße und verwiesen auf das nahe, hell erleuchtete Kirchlein „Maria Einsiedeln“ in Geiermühle.

Hier feierten bereits etwa 30 wartende Roratebesucher und die Nachtwanderer mit Pfarrverbandspfarrer Fabian Feuchtinger ein Engelamt, musikalisch umrahmt von zwei Mitgliedern der ehemaligen „Hacklberger Tanz- und Klarinettenmusi“, die seit rund zehn Jahren einen Gedenkgottesdienst an ihren langjährigen Leiter Konrad Schiermeier und neuerdings auch an das ehemalige Mitglied Walter Berndl mitfeiern.

Im Gasthaus „Zum Kirchenwirt“ klang der Rorategang gesellig aus. js

 

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