Sie sind "Heimat-Wirtshäuser"

Ruderting, den 06.07.2018

Sie sind „Heimat-Wirtshäuser“ PNP-Bericht vom 06.07.2018

Ehrung und Prämie für Gasthof Knott, Gasthaus Billinger und den „Kirchenwirt“

 

Passau. Sie zählen im landesweiten Wettbewerb des Heimatministeriums zu den „besten 100 Heimatwirtschaften“ Bayerns: Preisgekrönte Wirtshäuser sind seit Mittwoch der Gasthof Knott in Tiefenbach, der „Kirchenwirt“ in Neukirchen vorm Wald und das Gasthaus Billinger in Sittenberg in der Gemeinde Ruderting. Beim Festakt in München würdigte Ministerpräsident Markus Söder die Verdienste dieser Dorfwirtshäuser um den Erhalt von Dorfgemeinschaft, Brauchtum und Tradition.

„Super war’s“, erzählte gestern Anna Billinger vom Festakt in München. Die Wirtin war mit Sohn Martin und Schwiegertochter Bettina, Betreiber des gleichnamigen Gasthauses in Sittenberg, nach München gefahren, um neben der Ehre auch Urkunde und 1000 Euro Preisgeld in Empfang zu nehmen. „Launig“ sei die Festrede von Ministerpräsident Söder gewesen, sie sei überraschenderweise kein bisschen aufgeregt gewesen, das Hofbräuhaus habe einen würdigen Rahmen für die Ehrung geboten. Gut zwei Stunden habe das Fest gedauert, und die Sittenberger Wirtsfamilie habe es sehr genossen. Eigentlich wollte man daheim das Wirtshaus zusperren, um in München den Preis entgegenzunehmen. Doch dann sprang kurzerhand der Enkel ein und übernahm die Wirtshaus-Geschäfte in Sittenberg.

Die Auszeichnung als eines der 100 besten Heimat-Wirtshäuser in ganz Bayern wehrt die Wirtin bescheiden ab: „Wir machen ja erst um vier Uhr auf.“ Doch viele Stammtische sind hier daheim, wenn Geburtstagsfeiern oder Feste geplant sind, dann fällt auch mal der eigentlich am Samstag geplante Ruhetag aus. Beim „Annerl in Sittenberg“ kommen die „Leid zam“, da dürfen sie karteln und bei einem Ratsch auch mit den Wirtsleuten beieinandersitzen.

Auch das Gasthaus Knott in Jacking gehört zu den ausgezeichneten Heimat-Wirtshäusern: Hier nahm Inhaberin Johanna Knott die Auszeichnung „schon stolz“ entgegen. „Wir sind ein eingesessenes altes Dorfwirtshaus“, sagt sie, wo immer noch viele Stammtische und Vereine Stammkunden sind.

Sehr gefreut über die Auszeichnung haben sich auch Maria und Albert Dick, die mit Sohn Albert (24) den „Kirchenwirt“ in Neukirchen vorm Wald betreiben. Von der Prämierung haben sie vor zwei Wochen erfahren und waren „sehr überrascht“. Auch in ihrem Wirtshaus sind Stammtische daheim, dazu werden viele Veranstaltungen für die Leute aus dem Ort, aber auch dem Umkreis angeboten. „Wir haben ein großes Einzugsgebiet“, sagt Maria Dick nicht ohne Stolz. Gäste weitum würden auch die regionale Küche sehr schätzen. Und so sollen die 1000 Euro Preisgeld, so wünsche es sich der Junior, in neue Küchengeräte investiert werden. sin

 

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