Minister eröffnet Testpark für E-Tankstellen

Ruderting, den 15.04.2019

Minister eröffnet Testpark für E-Tankstellen PNP-Bericht vom 15.04.2019

Firma Praml nimmt mit Bundesverkehrsminister Scheuer ihre Ladesäulen-Anlage mit 33 Ladepunkten in Betrieb

 

Josef Heisl. Die kleine Vorwaldgemeinde beherbergt jetzt den größten E-Tankstellen-Testpark Deutschlands. Eröffnet hat ihn am Wochenende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Dabei machte er deutlich, dass er technologieoffen und verkehrsträgerübergreifend die Forschung vorantreiben wolle. Bei Praml gibt es jetzt Säulen für den privaten Bereich bis hin zur Ultra-Schnellladesäule. Damit ist die Anlage eine Art Schauraum oder Versuchslabor für die E-Technik.

Die Praml Group hatte diesen Moment natürlich entsprechend aufgepeppt. Unter den Klängen von „Conquest of Paradise“, die Einmarschmelodie von Boxer Henry Maske, rollte ein Konvoi von Elektrofahrzeugen aus Richtung Passau an das Praml-Gelände heran. Mucksmäuschenstill war es auf der Straße trotz der über 20 Fahrzeuge, die aber ohne jegliche Lärm- und Abgasimmissionen auskommen. Für die Kolonne hatten Firmen unterschiedliche Fabrikate und Typen zur Verfügung gestellt, von der Luxuslimousine bis zum Nutzfahrzeug. Angeführt wurde sie von einem E-Motorroller, nach hinten abgesichert von der Rudertinger Feuerwehr. Beifall kam auf, als im Testpark einem der letzten Fahrzeuge der Minister entstieg.

Martin Praml begrüßte die mehr als hundertköpfige Gästeschar, darunter MdL Dr. Gerhard Waschler, Vizelandrat Klaus Jeggle, Bürgermeister Rudolf Müller, MdL a.D. und Rudertings Ehrenbürger Konrad Kobler, Vertreter der IHK, der Banken und viele Geschäftspartner. „Sie alle können heute bei dieser Premiere exklusiv dabei sein“, meinte der Firmenchef. Hier werde in die Zukunft investiert, es werden Hersteller und Produkte getestet und anschließend entsprechend empfohlen. 33 Ladepunkte verschiedener Hersteller nehme man heute auf dem 1500 Quadratmeter großen Gelände in Betrieb, teilweise auch für die firmeneigene Flotte von zehn E-Fahrzeugen. Er wolle diese Anzahl kräftig erweitern, vor allem was die Nutzfahrzeuge betreffe, kündigte Praml an. Es tue sich was in dieser Zukunftstechnologie, aber es gelte noch, Tempo aufzunehmen.

Sein jüngerer Bruder Harald schilderte humorvoll einen Traum, den er im Jahr 2040 haben werde, wenn 100 Prozent der Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen mit E-Antrieb fahren werden. Dann werde ihm seine Enkelin Fragen nach der Zeit vor 20 Jahren stellen und über manches, was wir heute haben, sehr verwundert und amüsiert sein. Praml nannte die erneuerbare Energie eine Friedensenergie, anders als fossile Energien, um die es Kriege gebe. „Wir, die Firma Praml, setzen uns mit Innovationen dafür ein, dass die Welt etwas sauberer wird“, meinte der Chef und zählte auf, was schon gemacht worden sei.

Die imposante Entwicklung der Firma Praml vom Händler für Elektrogeräte über PV-Anlagen, LED-Umstellung bis hin zu E-Mobilität schilderte Bürgermeister Rudolf Müller. Seit 47 Jahren gebe es die Firma mit derzeit rund 140 Mitarbeitern und einem erfolgreich ausgeweiteten Geschäftsbereich. Von dieser Eröffnung werde weiterer Schub ausgehen.

Vizelandrat Klaus Jeggle lobte, mit diesem historischen Termin sei ein bedeutendes Signal einer Zukunftstechnologie gesetzt. Praml sei eine klassische Unternehmerfamilie und seit Jahren ein Garant für neue Technologien. Leider habe es die Politik vor der Amtszeit von Andreas Scheuer versäumt, einheitliche Standards festzulegen. Mit der heutigen Eröffnung werden aber auch für die Verbraucher Akzente gesetzt, dass die E-Mobilität in Zukunft in unterschiedlichen Ausprägungen kommen werde. „Für unsere Kinder und Enkel wird diese Technologie selbstverständlich sein.“ Heute werde auf jeden Fall wieder ein erheblicher Beitrag dazu geleistet, die E-Mobilität nach vorne zu bringen.

Scheuer zählte auf, was von der aktuellen Regierung auf dem Mobilitätssektor alles getan wurde und noch werde. Einen Seitenhieb gab es für die Grünen. „Wir fördern technologieoffen und verkehrsträgerübergreifend, denn wir können nicht vorhersehen was in 15 Jahren ist“, sagte er. Unstrittig sei zwischen Klimaschützern und der Industrie die CO2-Einsparung. Er werde bei der E-Mobilität vorlegen, dafür brauche er aber viel Geld.

Die Ladeinfrastruktur müsse verbessert werden, „denn wir können es uns nicht leisten, nicht gerüstet zu sein, wenn der Produkthochlauf einsetze“, warnte Scheuer. Es könne doch nicht sein, dass es in Passau nur 32 Ladesäulen gebe, in Ruderting allein aber 33. Scheuer sprach auch das Sofortprogramm saubere Luft an, das er kräftig fördere. Es gelte jetzt, die E-Mobilität alltagsverständlich und begreifbar zu machen, beispielsweise wie beim Taxi, wenn Konzessionen antriebsbezogen vergeben werden. Er fahre als Dienstwagen einen Audi e-tron, in seinem Ministerium gebe es aber auch Pkw mit Wasserstoffantrieb, weil man technologieoffen arbeite.

Dann kam der große Moment der Inbetriebnahme des Testparks. Zusammen mit Martin Praml und beobachtet von Harald Praml schloss der Minister unter dem Beifall der Gäste die Steckverbindung, so dass Strom floss. Anschließend bestand Gelegenheit, den Testpark für E-Tankstellen in Augenschein zu nehmen, was kräftig genutzt wurde. In den Gesprächen zeigte sich: Das Publikum war begeistert von der E-Mobilität.

 

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