Studenten erarbeiten Lösungen fürs Oberland

Ruderting, den 07.05.2019

Studenten erarbeiten Lösungen fürs Oberland     PNP-Bericht vom 07.05.2019

Arbeitsgruppen der TU München in ILE-Gemeinden unterwegs – Projekte in fünf Orten – Ergebnisse im Juli erwartet

 

Josef Heisl Aicha vorm Wald. In einer Kooperation zwischen dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), der ILE Passauer Oberland und der TU München beschäftigen sich in den nächsten Tagen 18 Studenten in fünf Gemeinden des Passauer Oberlandes mit Projekten, zu denen man sich vor Ort auch Anregungen und Bewertungen von außen wünscht. Jeweils in Gruppen von drei oder vier Studenten werden Problemstellungen angegangen, zu denen die jungen Leute dann Lösungskonzepte erarbeiten sollen. Die werden in einer Abschlusspräsentation im Sommer vorgestellt. Der Abschlussbericht steht der jeweiligen Kommune zur Verfügung.

Zur Auftaktveranstaltung empfing Bürgermeister Georg Hatzesberger im Sitzungssaal des Aichaer Rathauses Nina Kiehlbrei vom ALE, Projektmanagerin Gabriele Bergmann, die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sowie deren Geschäftsleiter. Die 18 jungen Leute mit ihren Betreuern Tobias Bendzko, Marco Hölzel und Cornelia Jacobsen warteten da schon gespannt auf das, was auf sie zukommen würde. Jeder Bürgermeister stellte nämlich später sein Projekt vor. Hatzesberger lobte vorher noch die ILE: Der Zusammenschluss aus elf Gemeinden im nördlichen Landkreis Passau sei sehr gut aufgestellt.

Nina Kiehlbrei berichtete von 20 ILE-Vereinigungen in Niederbayern. Sie stellte die Grundsätze einer ILE-Kooperation und die einzelnen Handlungsfelder vor. Diese Zusammenschlüsse seien unterschiedlich groß, die Förderung von Projekten liege bei bis zu 75 Prozent. Bei Dorferneuerungen kämen noch einmal fünf Prozent dazu.

Dem Vorsitzenden der ILE Passauer Oberland, dem Fürstensteiner Bürgermeister Stephan Gawlik war es dann vorbehalten, seine ILE vorzustellen, in der 43 500 Einwohner leben, die soeben zur Öko-Modellregion gekürt wurde (PNP berichtete) – und die nun von Studenten der TU München genauer unter die Lupe genommen werden soll.

Studenten aus den verschiedensten Semestern und unterschiedlichen Fachrichtungen seien in der Gruppe, erläuterte Tobias Bendzko von der TU. Heute sei man gekommen, um das Untersuchungsgebiet und die einzelnen Projekte zu besichtigen. Dann gehe es in die Datenerhebung und im Juli folge die öffentliche Abschlusspräsentation. Anschließend stellten die Bürgermeister ihre Projekte vor. Danach ging es gemeinsam mit dem Bus zu den Untersuchungsgebieten.

 

FÜRSTENSTEIN

Die Gemeinde plant einen Kinderwanderweg. Damit soll das Thema Wandern schon den ganz Kleinen schmackhaft gemacht werden. Denkbar wäre eine Erlebnisstrecke, ein Naturlehrpfad oder ein Themenwanderweg. „Es könnte auch ein Mix von allem sein“, meinte Bürgermeister Stephan Gawlik. Beispiele gäbe es in Österreich und im Bayerischen Wald. Er habe zwei Standortoptionen. Gewünscht seien ein touristisches Konzept, die Nutzung von Synergien mit bestehenden Betrieben, Standort, Ausrichtung und Kapazitäten sowie die Prüfung möglicher Förderungen.

 

AICHA VORM WALD

Im Zuge der Städtebaulichen Voruntersuchung zur Ortskernsanierung kristallisierte sich die Schaffung einer „kulturellen Mitte“ heraus. Der örtliche Theaterverein brauche dringend einen neuen Veranstaltungsort. Drei Gebäude gehören bereits der Gemeinde, das erhaltenswerte „Markl-Haus“, das „Kurz-Haus“ und neuerdings auch das „Kaiser-Haus“, die beiden letzteren könnten abgerissen werden. „Die Gemeinde wünscht sich ein Nachnutzungskonzept für das Untersuchungsgebiet, eine Stärken/Schwächen-Analyse und eine Gestaltungsskizze für die Nutzung des Bereiches“, äußerte Bürgermeister Georg Hatzesberger seine Vorstellungen.

 

TIEFENBACH

Die Gemeinde hat zwei Projekte eingebracht: die Nutzung des Umfelds der Schule und des Sportgeländes sowie eine intakte Ortsmitte von Haselbach.

Ein Parkplatz, ein Verkehrserziehungsplatz, eine Bushaltestelle, ein öffentlicher Spielplatz, ein Vereinsheim, ein Platz, der zum Parken, für Feste und Verkaufsbuden genutzt wird sowie ein Platz, auf dem die Bogenschützen ihren Sport betreiben, das seien die derzeitigen Verwendungen. Die Studenten sollen ein Nutzungskonzept erstellen, die Gestaltung des Raumes skizzenhaft darstellen und die lokalen Bedürfnisse und Anforderungen berücksichtigen.

In Haselbach geht es um eine intakte Ortsmitte, die Nahversorgung und die Gestaltung zum Wohlfühlen. In den letzten drei Jahren haben ein Lebensmittelmarkt, der Friseur und die Bankfiliale geschlossen, so dass es keine Nahversorgung mehr gibt. Ein Nachteil ist hier die Nähe zu größeren Orten. Es gilt jetzt, den Ortskern zu beleben. „Dazu brauchen wir eine Analyse und anschließend ein Konzept für Nahversorgung“, legte Bürgermeister Christian Fürst den Studenten ans Herz.

 

TITTLING

Der Markt will das ehemalige Bahnhofsareal einer sinnvollen Nutzung zuführen. Derzeit sei es in gewissen Bereichen kein schöner Marktfleck, heißt es in der Problemstellung. Es gelte jetzt, Ideen und Konzepte zu entwickeln, eine Kosten/Nutzen-Analyse zu erstellen und Fördermöglichkeiten zu prüfen, erklärte Bürgermeister Helmut Willmerdinger den Studenten.

 

RUDERTING

„Die Gemeinde will auch künftig nichts von ihrer Attraktivität einbüßen“, stellte Bürgermeister Rudolf Müller gleich zu Beginn fest. Man wolle deshalb ein langfristiges Konzept, den Hauptort zukunftsfähig zu gestalten. Hauptaugenmerk sollte auf die demographischen Herausforderungen und auf eine gute Nahversorgung gelegt werden. Hierfür sollt der gesamte Ort näher betrachtet und eine Bestandsaufnahme gemacht werden. Man brauche Ideen und weitere Realisierungsmöglichkeiten zur Ortsbelebung und Aufrechterhaltung von Versorgungsstrukturen.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Studenten erarbeiten Lösungen fürs Oberland