Ein klares Ja zu Europa

Ruderting, den 13.05.2019

Ein klares Ja zu Europa     PNP-Bericht vom 11.05.2019

Europathemen beim politischen Dämmerschoppen der CSU – Werbung für Europa

 

Beim politischen Dämmerschoppen des CSU-Ortsverbandes gab es Antworten auf viele Fragen rund um das Thema: „Europa – unsere Zukunft?“ Europaexperte MdL a. D. Konrad Kobler wurde nicht müde, die Vorteile der Europäischen Union, aber auch ungelöste Probleme zu beleuchten. Schließlich waren sich alle einig, besonders wir Deutsche sollten in großer Zahl zur Wahl gehen und uns klar von denen distanzieren, die Europa abschaffen wollen.
 

Bürgermeister Rudolf Müller meinte, einen Aufwärtstrend beim Interesse für Europa und die Europawahl erkennen zu können. Auch der Europa-Gipfel auf Schloss Fürstenstein mit dem EVP-Fraktionschef und Spitzenkandidaten Manfred Weber sei dazu ein wichtiger Beitrag gewesen. Müller dankte Kobler für seinen unermüdlichen Einsatz für die europäische Idee. Er sei das ganze Jahr über für das gemeinsame Europa unterwegs, meinte Kobler. Dabei sehe er über den Tellerrand hinaus Krisen aller Art und weltweit. Das sei alles nur mit einem starken, vereinten Europa zu meistern.
 

Er gehe mit Schulklassen oder anderen jungen Leuten immer gerne auf Soldatenfriedhöfe. Dort zeige er ihnen hautnah, was 70 Jahre Frieden bedeuten. Leider können sich die Jungen nicht mehr an die vielen Kriegsversehrten erinnern, die aus den Schlachten nach Hause gekommen seien und denen das ganze persönliche Leben dadurch zerstört worden sei. Auch den Fall des Eisernen Vorhangs, mit seinem Segen für Europa, müsse der jungen Generation immer wieder in Erinnerung gebracht werden.
 

Die EU müsse sich auch viel mehr um die kleinen Mitgliedsländer kümmern. Er denke hier auch an die so genannten Visegrad-Staaten. Der Ruf nach Fachkräften, der auch noch durch private Anwerbeagenturen in diesen Ländern mit geringem Lebensstandard verstärkt werde, führe zur Ausdünnung der Fachkräfte in diesen Staaten.
 

Vom Euro habe Deutschland am meisten profitiert, militärisch könne man eine gemeinsame Armee aufstellen, die Globalisierung sei nur gemeinsam zu schultern, die Entwicklungshilfe müsse ein europäisches Projekt werden, Europa brauche ein gemeinsames Asylgesetz mit Verteilungsschlüssel, die Reisefreiheit könne nur durch den gemeinsamen Schutz der Außengrenzen gewährleistet werden, das Steuerdumping der Großkonzerne könne nur gemeinsam erfolgreich bekämpft werden, aber auch die Beendigung der Ausbeutung mancher Arbeitnehmer, wie im Versandhandel, sei ein gemeinsames Anliegen.
 

Dann zeigte der Redner seinen mehrsprachigen „europäischen“ Organspenderausweis. Der müsse eingeführt werden, habe er in einem Antrag an den Landesvorsitzenden der Europaunion Markus Ferber und die Bayerische Staatsregierung geschrieben. Der Antrag sei mit 76 Ja-Stimmen und einer Enthaltung in der Landesversammlung der Europaunion verabschiedet worden. Kobler schilderte die unerfreuliche Situation in diesem lebensrettenden Bereich. Mit dem Antrag werde nicht für oder gegen die Widerspruchslösung plädiert, sondern dafür, dass in einer immer mobiler werdenden Welt ein mehrsprachiger Organspenderausweis den Ärzten und Rettungsdiensten im Ernstfall schnellere Klarheit verschaffen könne.
 

Das alles gehe nur mit Europa, stellte Rudolf Müller in seinem Schlusswort fest. Er danke Kobler für diese Kernaussagen und freue sich, dass der Dämmerschoppen in Form eines Stammtisches abgelaufen sei, als Diskussion und nicht als Monolog. „Wir können viel für Europa tun und deshalb sollen auch viele zur Wahl gehen“, meinte der Bürgermeister. Er habe ein gutes Gefühl, weil die Bürger auch sehen, wie Mittel aus Europa in die Gemeinden fließen.
 

Man müsse auch über Ländergrenzen hinweg miteinander reden, was Ruderting mit der Gemeinde Stachy in Tschechien intensiv tue. Im Passauer Land laufe sehr viel zu Europa, meinte Hans Schmidt, mehr Europa gehe fast nicht mehr. Es solle intensiv für die Wahl geworben werden, aber gegen Parteien, die dieses Europa kaputt machen wollen. sl

 

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