Gigabit: 1. Förderzusage geht an Ruderting

Ruderting, den 08.07.2019

Gigabit: 1. Förderzusage geht an Ruderting     PNP-Bericht vom 06.07.2019

Bundesminister Scheuer übergibt Bescheid für Anschluss des Gewerbegebiets – Erster in ganz Bayern

 

Sabine Kain. Kein anderer in Bayern war so schnell wie die Rudertinger: Die Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets Ebental ist noch gar nicht erschlossen, da hat sich die Gemeinde bereits eine satte Förderung für einen Gigabit-Breitbandanschluss der Betriebe gesichert – als erste Gemeinde im Freistaat. Den Förderbescheid für die Bundesmittel brachte Bundesminister Andreas Scheuer am Freitag persönlich ins Rathaus: Voraussichtlich 120 000 Euro ist das Dokument wert.

Im November hatte der Bund im Rahmen seiner Gigabit-Offensive einen Sonderaufruf für Gewerbe- und Industriegebiete sowie Häfen gestartet – und die Rudertinger fackelten nicht lange: Bereits im Dezember meldete die Gemeindeverwaltung Interesse an Fördermitteln an und klemmte sich hinter die Bewerbungsunterlagen. Schnell fanden sich drei Firmen im bestehenden Gewerbegebiet Ebental, die einen besonderen Bedarf für einen leistungsstarken Breitbandanschluss nachweisen konnten: die Schneider Bau GmbH, die IT-Firma Cyan und der Telekommunikationsbetrieb B/O. Profitieren sollen jedoch alle Betriebe im bestehenden und neuen Gewerbegebiet Ebental. Insgesamt 17 Teilnehmer sollen laut den Förderunterlagen angeschlossen werden.

Entsprechend gelöst war die Stimmung bei der offiziellen Bescheidübergabe mit dem Bundesminister. Scheuer pries „Europas größtes Ausbauprogramm für schnelles Internet“, das die Bundesregierung mit einem Volumen von rund vier Milliarden Euro angepackt habe. Es soll die Lebensqualität erhöhen, vor allem im ländlichen Raum, wo die Bandbreite der Internetanschlüsse in vielen Gewerbegebieten nicht zeitgemäß sei, wie Scheuer sagte.

In Ruderting wird sich das in den nächsten Jahren ändern: 120 000 Euro oder 60 Prozent der Kosten für den Gigabit-Anschluss in Ebental übernimmt der Bund. Auf rund 200 000 Euro schätzt die Gemeindeverwaltung die Gesamtkosten der Maßnahme, die für Ruderting zum Schnäppchen wird, denn nicht nur der Bund gewährt eine Förderung: Weitere 20 Prozent trägt der Freistaat Bayern, zehn Prozent übernimmt der Landkreis Passau. „Das ergibt eine 90-prozentige Förderung“, rechnet Bürgermeister Rudolf Müller zufrieden zusammen.

Den Breitbandausbau in seiner Gemeinde schilderte er als Erfolgsgeschichte. „Es gibt in Ruderting nur zwei Häuser, die nicht wenigstens einen 30 Mbit/s starken Anschluss haben“, erzählte er stolz in der kleinen Runde, der neben dem Bundesminister auch MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, Vize-Landrätin Gerlinde Kaupa, Vertreter der Betriebe sowie seine Rathausverwaltung um Geschäftsleiter und Breitbandbeauftragten Philipp Schwarz angehörten. 70 Prozent der Häuser hätten gar einen Anschluss bis zu 100 Mbit/s. Die gute Breitbandversorgung hat die Gemeinde auch hohen Fördersummen aus verschiedenen Töpfen zu verdanken, insgesamt sind laut Angaben des Bürgermeisters bereits über eine Millionen Euro Fördergelder in die Gemeinde geflossen.

Auch zwei Repräsentanten der Agentur „atene KOM“ aus Berlin, die den öffentlichen Sektor bei der Projektentwicklung in den Bereichen Digitalisierung, Energie, Mobilität, Gesundheit und Bildung begleitet, waren nach Ruderting gekommen. Ulf Freienstein, leitend zuständig für die Infrastrukturförderung, versprach eine „gut und zukunftssichere Verbindung“ für die Gewerbetreibenden in Ebental. Über 100 Aufträge seien bundesweit bereits erteilt worden und „noch stehen Mittel zur Verfügung“.

So schnell wie die Rudertinger bei der Förderung zugegriffen haben, so geduldig müssen die Betriebe nun sein, denn bis die Gigabit-Anschlüsse verfügbar sind, wird es noch eine Weile dauern. Die Zustimmung des Gemeinderats ist noch nötig, dürfte aber nur Formsache sein, dann werden die Aufträge ausgeschrieben. Frühestens im nächsten Jahr werden die Leitungen gelegt, schätzt der Bürgermeister, der sagt: „Es wäre schön, wenn 2021 alles fertig ist.“

 

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