Kreis-CSU ehrt ihre "ewigen Felsen"

Ruderting, den 13.11.2017

Kreis-CSU ehrt ihre „ewigen Felsen“

Landrat Franz Meyer zum Ehrenkreisvorsitzenden ernannt – Ortsvorsitzende verabschiedet – Urkunden für langjährige Mitglieder

 

Tanja Rometta Hauzenberg. Ein Nachmittag für die Urgesteine der CSU: Zur Ehrung ihrer treuesten Mitglieder, die ein halbes Jahrhundert und länger zur Partei gehören, hat die Kreis-CSU am Samstag ins Granitzentrum nach Hauzenberg geladen. Und waren diese Würdigungen schon „etwas Besonderes“ für den neuen Kreisvorsitzenden Raimund Kneidinger − „Sie sind alle länger bei der CSU, als ich auf der Welt bin“ –, stand zum Schluss noch eine ganz spezielle Ehrung an: Landrat Franz Meyer wurde zum Ehrenkreisvorsitzenden ernannt. 20 Jahre lang war er Kreisvorsitzender gewesen, hatte heuer im Mai den Vorsitz an Kneidinger übergeben.

Der Rahmen der Feier war mit Bedacht gewählt: „Der Granit ist ein ewiger Fels, so wie die zu Ehrenden es für die CSU sind – unsere Basis, auf die wir seit Jahrzehnten aufbauen“, sagte Emanuel Wiltschko, Geschäftsführer der Hauzenberger Orts-CSU, in Vertretung für Ortsvorsitzenden Simon Bloch. 24 der insgesamt mehr als 70 Jubilare aus dem ganzen Landkreis waren persönlich in die Granitstadt gekommen und nahmen aus den Händen von Raimund Kneidinger und Landrat

Meyer unter Applaus Urkunden, Medaillen, Bücher und CSU-Regenschirme für 65, 50, 55 und 50 Jahre Mitgliedschaft in Empfang.

 

Urkunden für 65, 50, 55 und 50 Jahre Mitgliedschaft

 

Der ehemalige Landtagsabgeordnete Konrad Kobler, 55 Jahre bei der CSU und Ehrenmitglied im Kreisverband, empfand es als „Ehre, dabei sein zu dürfen, wenn weit mehr als 1000 Jahre Parteimitgliedschaft geehrt werden. Ihr seid die Felsen in der Brandung.“

Landtagsabgeordneter Dr. Gerhard Waschler schloss sich, auch im Namen seines Kollegen Walter Taubeneder, seinen Vorrednern an. Er erinnerte sich daran, wie er mit Kobler 1997 über das noch nicht gebaute Granitzentrum sprach: „20 Jahre später sitzen wir heute hier und rücken zusammen, in Zeiten wie diesen – aber auch, weil es hier drin recht kalt ist“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Denn trotz aller Feierlichkeiten blieben die aktuellen Probleme der Partei nicht unerwähnt. „Unsere Jubilare haben Höhen und Tiefen miterlebt, und gerade sind wir wieder in turbulenten Zeiten“, sagte Kneidinger in Bezug auf das schlechte Wahlergebnis bei den Bundestagswahlen und die derzeitige Jamaika-Diskussion. Er zeigte sich aber zuversichtlich: „Wir sind eine Volkspartei, die verpflichtet ist, den Wählerwillen zu hören und am Schluss einen guten Kompromiss zu finden, in dem sich alle wiederfinden.“

Uneingeschränkte Einigkeit habe indes in der Kreis-CSU geherrscht, als darüber abgestimmt wurde, Landrat Franz Meyer zum Ehrenkreisvorsitzenden zu ernennen. „So eine Ehrung gab es zuletzt vor 20 Jahren“, betonte Kneidinger. „Miteinander reden statt übereinander, das ist das Credo von Franz Meyer“, sagte er und fügte schmunzelnd an: „Aber heute wird es dir bei der Laudatio nicht erspart bleiben.“ Ehrungen sind Alterserscheinungen, heißt es gemeinhin. „Aber dem muss ich heute widersprechen. In diesem Fall ist sie leistungsbezogen“, sagte Kneidinger und zählte Meyers Werdegang vom BWK-Geschäftsführer zum Vilshofener Stadtrat, Kreisrat, stv. Landrat, Landtagsabgeordneten, Staatssekretär und letztlich zum Landrat auf. „Der Kreisverband, die gesamte CSU in der Region und in Bayern ist mit Franz Meyer außerordentlich erfolgreich. Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung, das ist die große Überschrift seines politischen Lebens“, so Kneidinger.

Lösungsorientiertes Arbeiten, Abwägen, Entscheidungen mit Bedacht treffen und dann dabei bleiben − so habe sich Meyer das Vertrauen und den Respekt der Bürger erarbeitet. „Auf sein Wort ist Verlass. Und wie wichtig ihm die Heimat ist, zeigt sein Verzicht auf eine weitere Mitgliedschaft im Kabinett und seine Landratskandidatur 2008 – Landespolitik und Kommunalpolitik stehen für ihn auf einer Ebene“, so Kneidinger Persönlich dankte er Meyer für dessen freundschaftliche Verbundenheit, die der Landrat auch im Kreistag über Parteigrenzen hinweg pflege.

 

„Geschlossenheit ist der Schlüssel zum Erfolg“

 

Die Gäste applaudierten im Stehen, als Kneidinger mit einer gerahmten Urkunde, einem großen Blumenstrauß für Meyers Ehefrau Rosmarie − „danke, dass du ihn so oft freistellst“ – und einem Erholungsgutschein für Bad Füssing die Ernennung zum Ehrenkreisvorsitzenden besiegelte. „Jetzt hast a weng übertrieben, aber schee war’s ah“, meinte der sichtlich gerührte Landrat und blickte auf seine 46 Jahre in der CSU zurück.

„Heute sind so viele Geehrte da, die ich schon aus meiner Anfangszeit kenne. Es gab viele Erfolge, durchwachsene Wahlergebnisse. Aber das Wichtigste war immer, Politik für die Menschen und die Hoamat zu machen“, sagte Meyer. „Bürgeranliegen ernstzunehmen, versuchen, Türen zu öffnen, das ist das Allerwichtigste.“

Sein Fazit: „Nur im Team kann man erfolgreich sein“ – und das meinte er auch als Appell an die Gesamtpartei. Das Ziel sei klar: wieder eine Mehrheit zu bekommen. „Aber die Menschlichkeit und den Respekt darf man dabei nie vergessen. Denn die Bürger haben ein feines Gespür dafür, wie man mit ihnen umgeht.“ Der reibungslose Übergang im Passauer Kreisverband könnte da „ein Vorbild für höhere Ebenen“ sein. „Geschlossenheit ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Herzlich bedankte er sich bei Raimund Kneidinger und dem Kreisverband für die Auszeichnung, aber auch „bei meiner Familie und meiner Frau, ohne deren Unterstützung all dies nicht möglich wäre“. Und an Dr. Klaus Rose gewandt, ebenfalls Ehrenkreisvorsitzender, meinte Meyer schmunzelnd: „Klaus, jetzt bist du nicht mehr allein.“

„Ich habe mir schon immer ein Brüderchen gewünscht“, spielte der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär, ebenfalls 55 Jahre bei der CSU, lachend den Ball zurück. 16 Jahre lang war er Kreisvorsitzender der Passauer CSU gewesen, vor ihm Baptist Kitzlinger neun Jahre lang, nach ihm Franz Meyer nun 20 Jahre lang, blickte er zurück. „Manchmal muss man neuen Kräften Platz machen und Neues zulassen.“ Mit Raimund Kneidinger sei ihm da nicht bange, was die Region betreffe. „Gute Zeiten kommen auch bei der CSU wieder“, war er überzeugt, „wenn wir den Weg der Mitte finden.“