Vorsichtige Entwarnung

Ruderting, den 06.12.2018

Vorsichtige Entwarnung PNP-Bericht vom 06.12.2018

Keine Gefahr für die Bevölkerung nach Ammoniak-Austritt – Umwelteinwirkung wird untersucht

 

Noch am Dienstagabend hatte die Polizei Entwarnung gegeben. Dennoch sorgte das Großaufgebot an Einsatzkräften in Rudertings Ortsmitte für Aufsehen. Dort war am Kühlhaus bei Arbeiten Ammoniak ausgetreten. Verletzte gab es nicht, auch eine Gefährdung für die Bevölkerung konnte schnell ausgeschlossen werden. Inwieweit der Vorfall aber Folgen für die Umwelt hat, wird von verschiedenen Fachstellen noch geklärt.

Über 100 Einsatzkräfte waren am späten Dienstagnachmittag zum Kühlhaus hinter dem Einkaufsmarkt ausgerückt. Im Einsatz waren die Feuerwehren Ruderting, Hutthurm, Haselbach, Hofkirchen und Fürstenstein mit insgesamt rund 90 Einsatzkräften. Hinzu kamen zahlreiche Helfer des Rettungsdienstes und mehrere Beamte der Polizei.

Das Ammoniak trat bei geplanten Absaugarbeiten aus einem Tank im Technikraum des Kühlhauses aus. Die ausführende Firma hatte dafür eine Genehmigung, wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilt. Ein Ventil soll verrostet gewesen sein. Die genaue Ursache für den Vorfall ist derzeit noch Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.

Die Feuerwehren waren zunächst damit beschäftigt, das Ammoniak in den Räumen abzusaugen. Allerdings ist der giftige Stoff auch in einen nahe gelegenen Bach gelaufen. Ein Experte des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf war vor Ort; auch das Landratsamt Passau ist mit dem Fall betraut. Wie das Amt erklärt, ist das Ammoniak über einen Regenwasserkanal ins Regenrückhaltebecken der Gemeinde gelangt, wo zunächst eine hohe Konzentration festgestellt wurde. Weil das Becken aufgrund von Biberschäden nicht geschlossen werden konnte, gelangte das Ammoniak weiter in ein Gewässer. Die entnommenen Wasserproben müssen laut Landratsamt noch vom Wasserwirtschaftsamt untersucht werden; Ergebnisse lagen gestern noch nicht vor. Laut Auskunft aus dem Landratsamt sollen bei dem Vorfall rund 250 Kilogramm eines ammoniakhaltigen Gasgemisches freigeworden sein.

Wie die Polizei mitteilt, sind jedoch mehrere Fische verendet. Das bestätigt auch Bürgermeister Rudolf Müller: Es habe sich um einige kleine Fische im Regenrückhaltebecken gehandelt. Einen festen Fischbestand gebe es dort aber nicht. Auch das Landratsamt bestätigte gestern, dass es kein nennenswertes Fischsterben gebe. Allerdings werde der Vorfall untersucht: Neben dem Wasserwirtschaftsamt wird der Vorfall auch vom Gewerbeaufsichtsamt in Landshut überprüft.

Wie die Feuerwehr und das Wasserwirtschaftsamt bereits vor Ort feststellten, ist das Grundwasser von dem Ammoniakaustritt nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.

INFO: AmmoniakBei Raumtemperatur ist Ammoniak ein farbloses, beißendes und giftiges Gas. Es kann Atemwege und Augen schädigen. Ab minus 33 Grad – unter Druck auch bei höheren Temperaturen − wird Ammoniak flüssig und eignet sich in diesem Zustand zur Kühlung und wurde früher auch in Kühlschränken verwendet. In Wasser ist Ammoniak sehr gut löslich. und kann bei Fischen und anderen Wasserlebewesen Vergiftungen hervorrufen. kc/ska

 

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