Geheimnisse des Edelbrand-Sommeliers

Ruderting, den 07.12.2018

Geheimnisse des Edelbrand-Sommeliers PNP-Bericht vom 07.12.2018

Der PNP-Adventskalender: Josef Schätzl brennt original Rudertinger Whisky – Führung mit Verkostung zu gewinnen

 

Sabine Kain. Zufrieden schwenkt Josef Schätzl die goldene Flüssigkeit in seinem Glas. Die Farbe gefällt dem geprüften Edelbrand-Sommelier schon. Ein kleiner Schluck, dann hält er inne. „Noch ein bisserl rass. Aber er ist ja noch jung.“ Schätzl verkostet gerade den ersten Rudertinger Single Malt Whisky – aus heimischem Quellwasser und Münchner Gerstenmalz gebrannt. Nach Malz, Karamell, mit einer feinen Holznote, soll der Whisky schmecken, wenn er fertig ist. Drei Jahre muss er im Holzfass reifen. Doch Schätzl lächelt schon jetzt: „Das wird ein Spitzenprodukt.“

 

Über 40 Sorten stehen probierfertig im Regal

 

Und nichts anderes ist der Anspruch des Landwirtschaftsmeisters, Gastronomen und Altbürgermeisters. 2008, als er seine letzte Amtszeit im Rathaus antrat, begann Schätzl, seiner lang gehegten Leidenschaft nachzugehen: dem Brennen edler Tröpfchen. 2010 präsentierte er seine ersten beiden Brände aus Zwetschgen und Birnen. Inzwischen füllen über 40 verschiedene Erzeugnisse das raumhohe Regal in seiner Hausbrennerei am Schätzlhof. Liköre, Geiste, Brände und ein Gin stehen dort, vieles davon preisgekrönt. Zweimal Gold, neunmal Silber und sechmal Bronze brachte er heuer von der Destillata in Österreich mit nach Hause – und ist selbstkritisch. Siebenmal sei er knapp an Gold vorbeigeschrammt, wahrscheinlich, weil die Produkte nicht lange genug gereift waren, sagt er. Das will er künftig anders handhaben.

Die Arbeit geht dem passionierten Brenner auch ohne die Prämierung nicht aus. „Eine 40-Stunden-Woche reicht mir nicht“, erzählt er vergnügt inmitten der Edelstahlfässer. In seinem schimmernden Kupferbrennkessel hat er heuer Dutzende Brände hergestellt. Es war ein außergewöhnlich ergiebiges Obstjahr – und allein zum Schätzlhof gehören rund 200 Obstbäume.

 

„Whisky brennen ist ein wenig wie Bier brauen“

 

„1300 Kilogramm Quitten hatten wir aus dem eigenen Garten. Wir hatten so viel Obst wie nie und haben wahnsinnig viel verarbeitet“, plaudert er drauflos und holt eine Flasche Quitten-Birnen-Likör aus dem Regal. Schätzl macht alles selbst: Handarbeit vom Obstschälen bis zum Abfüllen. Dabei unterstützt ihn sein Enkel. Der ist 25 Jahre alt, macht 2019 seine Meisterprüfung als Koch „und er ist genauso akribisch wie ich“, sagt der stolze Opa.

Mit weniger als Perfektion ist Josef Schätzl nicht zufrieden. Doch trotz der Routine, die der Brenner inzwischen hat, ist jeder Brand anders, „zum Beispiel weil die Früchte eine andere Süße haben, da kommt es auf kleinste Nuancen an, auch bei der Verarbeitung.“ Außerdem experimentiert der Rudertiger gern: „Der Whisky ist eine Herausforderung“, fängt er aus dem Stegreif an zu erklären. „Sie müssen die Zutaten verkleistern, verzuckern, brauchen ganz bestimmte Temperaturen auf das Zehntelgrad genau für einen exakten Zeitraum.“ Drei Monate tüftelte er allein am Rezept. „Damit muss man sich beschäftigen, muss die Zutaten aufbereiten. Das ist ein wenig wie Bierbrauen.“ Und Apropos Bier: Neu in Schätzls Sortiment ist auch ein Bockbierbrand. „Der liegt noch im Fass, bis Weihnachten ist er aber fertig“, verrät der Sommelier.

VERLOSUNG

Die PNP und Edelbrand-Sommelier Josef Schätzl verlosen eine Führung durch seine Hausbrennerei mit Verkostung für eine Gruppe bis zehn Personen, Termin nach Absprache. Senden Sie bis heute, 15 Uhr, eine SMS mit dem Text pnp ticket fuehrung an die Nummer 52020 (0,49 Euro pro SMS, keine Vorwahl). Bitte hinter dem Lösungswort nach einem Leerzeichen Namen und Wohnort angeben. Sie können an der Verlosung auch telefonisch teilnehmen. Wählen Sie dazu die Nummer 0137/808400993 (0,50 Euro pro Anruf/mobil ggf. abweichend) und sprechen die Stichwörter Führung sowie Ihren Namen und die Adresse auf. Die Namen der Gewinner werden morgen an dieser Stelle veröffentlicht und ggf. telefonisch benachrichtig.

GEWONNEN

Die Familienkarte fürs Haselbacher Freibad hat gestern Stephan Perner aus Tiefenbach gewonnen.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Geheimnisse des Edelbrand-Sommeliers